Details
Martha Jungwirth (hs art)
Wien 1940 *
Ohne Titel
Öl auf Papier
210 x 137 cm
1987/88
Expertise des Studios Martha Jungwirth vom 3.7.2025 liegt vor.
Das Werk wurde gerollt jahrelang aufbewahrt. Auf dem Umschlagpapier befindet sich die Signatur, die auf die Rückwand des Werkes affichiert wurde.
Provenienz: Privatbesitz Wien
Martha Jungwirth studierte von 1956 bis 1963 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, wo sie zwischen 1967 und 1977 auch selbst lehrte. Zunächst für ihre Zeichnungen und Aquarelle bekannt, begann sie bald mit Selbstportraits und der Darstellung von Alltagsgegenständen, die in der zeichnerisch virtuosen Umsetzung von elektrischen Haushaltsgeräten (Indesit-Serie) gipfelte. Als einzige Frau gehört sie der Gruppe „Wirklichkeiten“ an, die 1968 in der legendären Ausstellung
in der Secession präsentiert wurde (zusammen mit Wolfgang Herzig, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl).
Diese neue, gegenständlich orientierte Kunst richtete sich gegen die beiden damals in Wien vorherrschenden Kunstströmungen des Informel und des Phantastischen Realismus. Martha Jungwirth unterschied sich von den anderen Künstlern, weil ihr Werk an der Grenze zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei angesiedelt war.
Der malerische Schwerpunkt ihrer Kunst war das Aquarell. Mit der Zeit löste sich die Form immer mehr in Richtung Abstraktion und Emotion auf: die Gegenstandsfarbe wurde zur Gefühlsfarbe.
Die mittlerweile weltweit gefeierte Künstlerin lebt und arbeitet heute in Wien und Neumarkt an der Raab. 2021 wurde sie mit dem Großen österreichischen Staatspreis ausgezeichnet.





