Details
Maria Lassnig
Kappel am Krappfeld 1919 – 2014 Wien
New York
Aquarell auf Bütten
45,5 x 60,5 cm
1979
rechts unten signiert, datiert und betitelt: M Lassnig 1979 New York
WV-Nr. 1023
Provenienz: Galerie Ulysses Wien 1994, Privatsammlung Wien
1941 fuhr Maria Lassnig mit dem Fahrrad nach Wien, um sich an der Akademie um Aufnahme zu bemühen. Wilhelm Dachauer warf sie 1943 aus seiner Meisterklasse, weil er ihre Bilder als „entartet“ klassifizierte.
Bei ihrer ersten Ausstellung in Klagenfurt stießen ihre Bilder auf heftige Ablehnung, weil sie für pornographisch gehalten wurden.
Ein Stipendium ermöglichte ihr 1950 – gemeinsam mit Arnulf Rainer – eine erste Parisreise. Die beiden jungen Künstler entdeckten die informelle Kunst. 1961 zog Lassnig ganz nach Paris. Hier entstanden zwei Meter große Körpergefühls-Figurationen, die aber nie ausgestellt wurden. 1964 beschloss sie, nach New York zu gehen, wo sie sich nicht nur mit Malerei, sondern auch mit Zeichentrickfilmen beschäftigte. Wirtschaftlich ging es ihr in New York sehr schlecht; auch ihre Kunst blieb weitgehend unverstanden. 1980 wurde ihr als erster Frau eine Professur an einer deutschsprachigen Kunstakademie anvertraut. Im selben Jahr vertrat sie – gemeinsam mit VALIE EXPORT – Österreich bei der Biennale in Venedig. Es folgen 1982 und 1997 Einladungen zur documenta nach Kassel. 2004 wurde ihr der renommierte Max-Beckmann-Preis zuerkannt, 2013 in Venedig der Goldene Löwe. Ihre „Körperempfindungs“-Bilder machten sie weltberühmt. Maria Lassnig war eine der ersten Künstlerinnen, die weibliche Positionen in der Kunstwelt und in der Gesellschaft reflektierten und den Einfluss des weiblichen Körpers auf die Biographie drastisch darstellten. Sie befasste sich mit Darstellungen männlicher Dominanz und Gewalt, vom „Weltzertrümmerer“ bis zum „Kinderschreck“.



